Das Schießen (Tirer)
Auch beim Schießen gibt es drei unterschiedliche Würfe:
- Den Flachschuss oder Raffelschuss (fr: rabaille, rabaillette, raclette, rafle). Er gilt (bei Boule-Puristen) nicht als richtiger Schuss. Oft gibt es verächtliche Äußerungen, auch um den Tireur zu verunsichern. Der Schuss ist nicht unbedingt auf allen Böden sinnvoll. Es gibt allerdings geübte Racleure, die auf fast jeden Boden mit einem Raclette hohe Trefferzahlen erreichen.
- Den Devant-Schuss, der in einer kurzen Entfernung (unter 50 cm) vor der Zielkugel auftrifft. Auch dieser Schuss empfiehlt sich nicht bei jedem Boden, da er bei bestimmten Bodenverhältnissen über die zu treffende Kugel hüpft. Bei bestimmten Bodenverhältnissen können mit einem Schuss direkt vor der Kugel ähnlich gute Ergebnisse erzielt werden wie mit einem Schuss auf Eisen. Bei Tireuren ist ein solcher Boden beliebt, da er die Trefferwahrscheinlichkeit erhöht.
- Der Eisenschuss (tirer au fer; tirer plein fer; tirer au ventre), wobei die Kugel direkt getroffen wird, ohne den Boden zu berühren. Trifft die Schusskugel die zu treffende Kugel optimal, bleibt sie in unmittelbarer Nähe der getroffenen Kugel (Carreau=Karo) oder sogar am Ort der getroffenen Kugel (Carreau sur place) liegen. Manchmal macht allerdings ein Rétro Sinn, bei dem die Schusskugel in Richtung Wurfkreis zurückläuft oder Schüsse, bei denen die sich Schusskugel in eine andere Richtung bewegt. Ebenso ist ein Schuss in den Rücken manchmal sinnvoll.
Auch beim Lunette (Brille), bei dem zwei nebeneinaner liegende Kugeln getroffen werden und bei der Ciseau (Schere), die auseinander liegende Kugeln treffen sollen, wird nicht 'voll auf Eisen' geschossen. Auch muss darauf geachtet werden, dass weder die Schusskugel noch die getroffene Kugel eigene Kugeln rauskontert.